Ulrike Rauh

Triest - Entdeckung einer Stadt

Textauszüge

Vorwort: Triest – eine Stadt am Meer, im Nordosten Italiens. Eine Stadt an der Grenze zu Slowenien und unweit von Österreich, zu dem es fast 600 Jahre gehörte und einmal größte Hafenstadt der Habsburger war. Eine Vielvölkerstadt damals, wie auch heute. Eine italienische Stadt mit österreichischem Ambiente, das nicht nur in den traditionellen Kaffeehäusern, sondern auch in den Köpfen und Herzen vieler Triestiner noch präsent ist. Die Bewohner dieser Stadt stoßen an Grenzen – Grenzen der Sprache, des Denkens und ihrer umstrittenen Zugehörigkeit. Triest ist eine spannende Stadt, die es immer wieder neu zu entdecken gilt.

Durch eine schmale Straße stoßen wir auf den Salon Triests, auf die Piazza dell' Unità d'Italia. Pracht, Eleganz und Schönheit breiten sich vor mir aus. Auf drei Seiten von barocken und neoklassizistischen Palästen eingerahmt, öffnet sie sich weit zum Meer. Die zwei hohen Hellebarden dort wirken wie ein Tor. "Haben sie eine besondere Bedeutung?"

Tiefblau ruht er heute vor mir, der kleine Canal Grande. Das Meer vor ihm glitzert und funkelt. Da wagt es der kalte Wind, die Bora, nicht, zornig durch die Stadt zu brausen.

Lebensecht in Bronze steht er vor mir, Italo Svevo, einer der bedeutendsten Schriftsteller Italiens, dem ich heute einen Besuch abstatte…Seit 2004 begibt sich Svevo hier auf den Weg in die Bibliothek, im eleganten Anzug, in der rechten Hand ein Buch, in der linken seinen Hut.

Ulrike Rauh