Ulrike Rauh

Unterwegs in Sizilien

Textauszüge

Wir parken am Ortseingang (Marzememi), schauen den Fischern am Hafen zu. Schwarzhaarige Männer, gedrungen, braungebrannt, Zigarette im Mund. Mit rauer Stimme rufen sie sich Worte zu, ziehen mit heftigen Bewegungen an ihren Netzen. Kaum einer blickt den anderen an. Die Piazza Margherita, ein quadratischer Platz, ist menschenleer. Bedrohliche Ruhe liegt über den Häusern ringsum.
S. 32
Giacomo blickt hinaus auf die Straße. Schweigt. Dreht sich schließlich zu mir. Spricht leise…
"Ein Sizilianer ohne Liebe? Können Sie sich das vorstellen?"
Er lacht plötzlich. Verfällt dann wieder in Schweigen.
S. 43

Ätna
Ich laufe zu den Crateri Silvestri. Kalter Wind bläst mir heftig entgegen. Ich…blicke auf tiefschwarze Abhänge, auf orangerote, auf steil abfallende hellgrüne. Graue Schwaden greifen drohend nach ihnen, scheinen jedoch zu fliehen, auf das düstere Meer tief unter ihnen zuzueilen, das eins geworden ist mit dunklen Wolkenmassen.
S.115

Ulrike Rauh