Ulrike Rauh

Spaziergänge durch Rom

Textauszüge

Auf dem Aventin
Du führst mich zum "buco", dem berühmtesten Schlüsselloch Roms. Piranesi…hatte ein architektonisches Meisterwerk geschaffen: die Ordenskirche der Malteser…Und hier, in der Mitte des langgestreckten weißen Gebäudes, befindet sich am Haupteingang eine kleine ovale Metallverzierung…mit einer runden Öffnung. Neugierig schaue ich hindurch und sehe die Kuppel des Petersdoms vor mit. Mit ungläubigem Staunen blicke ich immer wieder auf dieses Bild. Nein – kein Zauber, keine Laterna Magica, keine Fata Morgana: "Il cupolone" zeigt sich am Ende eines Gartenweges in einzigartiger Anmut und Schönheit.
S. 22/23
Rigoletto bei Caracalla
Die Abendsonne bringt die hoch aufragenden Ruinen der Caracalla-Thermen zum Leuchten…Die Thermen waren Treffpunkt der Römer; 1600 Personen konnten hier Platz finden. Und Tausende kommen auch heute wieder, zu großartigen Opern – und Ballettaufführungen. Die Musik Verdis fliegt aus dem Orchester heraus, über das Publikum hinweg und verliert sich in der gewaltigen antiken Kulisse.
S. 70/71
Es ist wieder Sonntag.
Sonntagvormittag – die Römer haben ihre Stadt verlassen, die Touristen sind anderswo. Wir bummeln durch stille, leere Straßen. Vor den Palästen blüht der Oleander in Rot und Weiß und Rosa. Wir sprechen leise. Genießen dieses Schweigen. Es ist ein erwartungsvolles, versprechendes Schweigen vor einem großen Auftritt… Die Galleria Borghese öffnet ihre Pforten.
S. 76

Ulrike Rauh