Ulrike Rauh

Spaziergänge in Neapel und auf Ischia

Textauszüge

Neapel?
Du willst nach Neapel?
Erstaunen. Ungläubigkeit.
„Aber du weißt doch ...”
Natürlich weiß ich.
Sie warnten mich alle.

Vorwort


Wir bummeln durch die Altstadt, gedrängte Ballung von Wohnungen, Läden, Geschäften, Restaurants und Menschen. Eine Hochspannung an Leben, Familie, Kindern, Wäsche. Kaum Luft zum Atmen. Dazu verurteilt, immer mit dem Nachbarn zusammenzuleben, nicht der winzigste Raum für Alleinsein. Du lebst und isst und schläfst und liebst und stirbst mit den Mitbewohnern, den Alten und Jungen, den Hunden und Katzen, der immer flatternden Wäsche, den ständig hupenden Motorrollern, den Rufen und dem Gelächter, dem Schreien und Gezeter. Unter den Augen der Heiligen, der Madonnen, den Altären. Und hundertfach, tausendfach werden dieselben Pizzen gebacken, die Spaghetti gekocht, wird die Tomatensoße zubereitet, Wein und Wasser getrunken, werden Geschichten von Liebe und Krankheit und Sterben erzählt, werden Touristen beäugt und scheinbar seriös gegrüßt.

Aus dem ersten Spaziergang „Spaccanapoli – im Bauch Neapels“ S. 8 f

Neapel – eine Stadt, untrennbar verbunden mit dem Meer und dem Vesuv. Eine Stadt, die der liebe Gott in heiterster Laune hier mit sanfter Hand in den Golf gelegt hatte. Eine Stadt, immer eins mit den Inseln und Halbinseln, eine Stadt, die sich an den Vesuv schmiegt, den „weichen Busen Neapels“, wie ihn die Neapolitaner nennen.

Aus dem zehnten Spaziergang „Auf Ischia - Neapel sehen ....“ S. 92

Lieder

„Ó surdato ´nnammurato”

Sei lontana dal cuore
E io volo a te col pensiero:
non desidero e non spero altro
che tenerti sempre vicina!
Tu sei sicura di quest´amore
Come io son sicuro di te …
Vita, vita mia!
Cuore di questo cuore!
Sei stata il primo amore:
e sarai l´ultimo per me!

„Napule canta”

Napoli bella mia,
terra d´amore, lacrime e canzoni,
che sogni d´oro fai sognare,
metti nel cuore una malinconia,
una febbre nelle vene,
perché vuoi farci piangere e cantare!
Chitarre e mandolini,
stanotte il mio cuore vorrebbe ascoltare!
Quella che mi ama
come può dormire stasera
che tutta Napoli
viene a cantare qui a Posillipo?

Ulrike Rauh